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Thema: Athen und Skopje vor Durchbruch im Namensstreit Makedonien/Mazedonien?

  1. #1931
    Zitat Zitat von Hellenic Beitrag anzeigen
    Ist es dein ernst, dass du Namensänderungen von Dörfern etc. als Genozid auflistet? Das ist schräg, Lube. Wenn das was den slawischen Mazedoniern widerfahren ist ein Genozid gewesen ist, was war das was den Christen in der Türkei widerfahren ist?

    Zum anderen: ich hab sehr detailliert die provokativen Handlungen Skopjes aufgezählt - sind nachweislich nachzulesen - und du ignorierst sie.

    Uncool ...
    Nein, Hellenic....ich hatte schon letztens bei dem Post an Beba geschrieben , der Begriff Ethnozid ist passender, obwohl auch gemordet wurde. Aber das was da passiert ist ist nicht zu leugnen und es waren nicht nur einfach Änderungen der Orte und der Namen und der Personennamen. Das kann man nich einfach so mit nem Schulterzucken vergessen und leugnen kann man es auch nicht.

    1453 Konstantinopel und die Vorgeschichte und alles was nach 1453 passierte ist schon weit weg von 1912 und 1913 aber trotzdem habe ich nie behauptet , das es nicht schlimm gewesen wäre oder ähnliches..... ich weiss nicht was du meinst? Übrigens waren da eben auch slawisch sprechende Bevölkerungen betroffen..... da waren halt alle Betroffen... .

    Was 1913 passierte, dafür gebe ich dir doch nicht die Schuld.
    Non nobis Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam AMEN

  2. #1932
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    Zitat Zitat von Lubenica Beitrag anzeigen
    Nein, Hellenic....ich hatte schon letztens bei dem Post an Beba geschrieben , der Begriff Ethnozid ist passender, obwohl auch gemordet wurde. Aber das was da passiert ist ist nicht zu leugnen und es waren nicht nur einfach Änderungen der Orte und der Namen und der Personennamen. Das kann man nich einfach so mit nem Schulterzucken vergessen und leugnen kann man es auch nicht.

    1453 Konstantinopel und die Vorgeschichte und alles was nach 1453 passierte ist schon weit weg von 1912 und 1913 aber trotzdem habe ich nie behauptet , das es nicht schlimm gewesen wäre oder ähnliches..... ich weiss nicht was du meinst? Übrigens waren da eben auch slawisch sprechende Bevölkerungen betroffen..... da waren halt alle Betroffen... .

    Was 1913 passierte, dafür gebe ich dir doch nicht die Schuld.
    Es ist wohl im Laufe der Geschichte was ganz normales, das eroberte oder zurückeroberte Gebiete die Namen verpasst bekommen, die ethnisch oder linguistisch gesehen dem Eroberer entsprechen. Konstantinopel heißt wurde ja im laufe der Zeit ja auch zu Istanbul; Smyrna zu Izmir, etc. ... gewisse Gebiete oder Dörfer in Italien, die mehrheitlich griechisch bevölkert waren, trugen auch im nachhinein italienische Namen. Wen juckt es?

    Ich sprach auch nicht von 1453 sondern vom Anfang des 20. Jahrhunderts, an dem die Jungtürken bspw. einen gezielten Genozid an die Christen verübten; Opfer waren darunter Armenier, Pontosgriechen, Aramäer ...

  3. Das folgende Mitglied bedankt sich bei Hellenic für diesen Post:

    Achilles TH (04.11.2018)

  4. #1933
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    Allein dass bei der Liste "Solun" aufgeführt, ist ja mehr als realitätsfremd und irgendwie ein gewagter Vorwurf. Thessaloniki hat nun mal ihren echten Namen erhalten ...

  5. Das folgende Mitglied bedankt sich bei Hellenic für diesen Post:

    Achilles TH (04.11.2018)

  6. #1934
    Zitat Zitat von Hellenic Beitrag anzeigen
    Es ist wohl im Laufe der Geschichte was ganz normales, das eroberte oder zurückeroberte Gebiete die Namen verpasst bekommen, die ethnisch oder linguistisch gesehen dem Eroberer entsprechen. Konstantinopel heißt wurde ja im laufe der Zeit ja auch zu Istanbul; Smyrna zu Izmir, etc. ... gewisse Gebiete oder Dörfer in Italien, die mehrheitlich griechisch bevölkert waren, trugen auch im nachhinein italienische Namen. Wen juckt es?

    Ich sprach auch nicht von 1453 sondern vom Anfang des 20. Jahrhunderts, an dem die Jungtürken bspw. einen gezielten Genozid an die Christen verübten; Opfer waren darunter Armenier, Pontosgriechen, Aramäer ...
    Ok diesen Genozid an Christen meinst du, ja ok, weiss ich drüber bescheid. Aber das ist nicht das Thema, du weichst aus und versuchst zu relativieren. Übrigens: Dieser Genozid und Ethnozid hat bis heute nicht aufgehört, auch wenn er nicht mehr durch die Jungtürken verübt wird, denn antelle der Jungtürken steht jetzt die Akp und verschiedene islamofaschistische Gruppen und Organisationen. Und das ist eben alles durch den Koran und durch den Islam begründet und es läuft , seit Mohammed und seit es den Koran gibt. Die Kreuzzüge waren eine Antwort auf die Islamische Expansion und den Dschihad. Und heute sehen sich die Türken wieder als Sperrspitze des "weltweiten" Dschihad und als die Beschützer und Verbreiter des Islam.

    Aber nochmal zum eigentlichen Thema und weshalb die Makedonier trotzig auf solche politischen Züge reagieren.
    Es geht nicht nur um die Umbennenungen der Ortschaften und Strassen etc. es geht auch um die Umbennung der Personennamen.
    Es geht um die Morde, um die Verschleppungen der Kinder, um die Repression, es geht um die Zwangsassimilation und den Ethnozid als ganzes und um all die Verletzungen und Kränkungen die die Bevölkerungen zu erleiden und erdulden hatte.

    Ägäismakedonien war mehrheitlich von Makedoniern, Bulgaren, Vlachen , Aromunen und Türken und auch Albanern besiedelt und nicht von Griechen. Das ist ein Fakt. Ägäismakedonien wurde letztendlich durch die Hilfe der imperialistischen Mächte England, Frankreich und den USA und durch Griechenland okkupiert und die Bevölkerungen wurden aus ihrer angestammten Heimat vertrieben, der Rest, wie gesagt, total unterdrückt. Minderheiten wurden nicht anerkannt und und und ... da gibt es also nichts zu relativieren und zu leugnen....

    und deswegen sträubt sich natürlich die makedonische Bevölkerung gegen dieses Referendum und diese illegale Abgeordnetenwahl und es ist nichts anderes als Erpressung und Kalkül! Es sind zumal wieder geopolitische Machtspielchen....wieder auf dem Rücken und auf Kosten der Bevölkerung. Und das haben sie mit euch auch gemacht; siehe Austeritätspolitik. Die "Mafia" regiert bei euch wie bei uns. Alle sind korrupt.

    Die Sache mit der Antike ist Bullshit und nur ein Vorwand und Instrument der griechischen Regierung und der Nationalisten, um sich zu empören, Recht zu heucheln und um den Westeuropäern zu zeigen, "da seht her, wir sind die Opfer, die klauen uns die Geschichte" und so ein Bullshit.... Die griechische Regierung weiss über die Vergangenheit, ihrer Taten und ihrer Geschichte.... Sie hat Angst, denn sie hat so viele Menschen aus der okkupierten Heimat vertrieben und ne radikale Assimilationspolitik betrieben....das macht auch griechischen Nationalisten Angst, denn es könnten tatsächlich Ansprüche gestellt werden....es könnte , besonders jetzt im I-Net-Zeitalter, Aufklärung betrieben und Wissen verbreitet werden... Und das passiert auch, es ist der Fall.... Früher wusste wirklich kaum einer über diesen Teil der Geschichte bescheid. Und es wird weiterhin Aufgearbeitet und das ist gut so. Die griechische Regierung, die damaligen Täter und die griechischen Nationalisten sollten das langsam mal begreifen und sich der Realität stellen und sich nicht als Pendant der NS Blut und Bodenideologie hinstellen. Chrysi Afgi lässt grüßen!

    Das viele Griechen weiterhin diesen Chauvinismus betreiben und nach all den bekannten Verbrechen und der großen Tragödie der Ägäisbevölkerung sich immer noch hinstellen und den Makedoniern ihre Identität etc. absprechen , eben mit "Hilfe" von schwammigen Argumentationen bezügl. Antike und das als Instrument benutzen, um Makedonier zu diskriminieren und zu diskreditieren , das ist einfach nur unfassbar. Weder besitzen diese Griechen die das tun, ein Verständnis und Wissen von Geschichte, noch besitzen sie Menschlichkeit und Empathie.... das wurde ihnen durch die Indoktrinierung "weggezüchtet" . Und sie stehen da, als Herrenmenschen und schreien "wir haben Recht" weil wir "Hellenen" sind.

    Dabei weiss der ganze Balkan, das Griechen HEUTE alles andere als Hellenen sind.
    Geändert von Lubenica (04.11.2018 um 23:46 Uhr)
    Non nobis Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam AMEN

  7. #1935
    YUrensohn-Jäger & Patriot Avatar von hrhrhrvat
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    Schade, dass die Mazedonier nicht den Mumm haben eine Miliz zu errichten und deren Politiker öffentlich zu hängen. Wie sie ihr Land verraten haben, weil diese Pleiteheinis so endlos nerven mit ihrem beschissenen Nichtgriechen Alexander.

  8. #1936
    https://www.heise.de/tp/features/Maz...e-4180566.html

    Mazedonien versinkt in eine neue Phase der politischen Krise


    Boykott-Camp in Skopje. Bild: F. Stier

    Mazedonier lassen das Referendum zur Umbennung in Nordmazedonen scheitern und machen vorgezogene Parlamentswahlen wohl unvermeidlich

    Wie ein Hürdenläufer hat Mazedoniens Ministerpräsident Zoran Zaev (Machtwechsel in Mazedonien) in den vergangenen eineinhalb Jahren Hindernisse für die euroatlantische Integration seines Landes überwunden. Im Frühjahr 2017 machte er den Parteien der albanischen Minderheit weitreichende Zugeständnisse, um sie als Koalitionspartner für seine Sozialdemokratische Union Mazedoniens (SDSM) zu gewinnen.

    Die albanische Sprache werde Landessprache in ganz Mazedonien, versprach er, zudem sollten die rund ein Viertel der Bevölkerung stellenden Albaner in staatlichen Symbolen wie Hymne und Wappen stärker repräsentiert werden. Mazedonische Nationalisten verurteilten Zaevs Politik als Gefährdung der nationalen Einheit und Landesverrat.


    Albanerviertel in Skopje. Bild: F. Stier
    Im August 2017 unterzeichnete Regierungschef Zaev dann mit seinem bulgarischen Amtskollegen Boiko Borissov einen Freundschafts- und Nachbarschaftsvertrag (Bulgaren und Mazedonier - Freunde und gute Nachbarn per Vertrag). Zuvor hatten die Bulgaren die lange geplante und immer wieder verzögerte Vereinbarung zur Bedingung gemacht für ihre Unterstützung von Mazedoniens Beitrittsbemühungen zur NATO und zur Europäischen Union (EU).

    In der Konsequenz des Vertrags nimmt eine bilaterale Expertenkommission nun eine Neubewertung gemeinsamer historischer Ereignisse vor, um Streitigkeiten über Geschichtsinterpretationen beizulegen. Auch dies prangerte die wenige Monate zuvor in die Opposition gegangene nationalistische "Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation - Demokratische Partei für Mazedonische Nationale Einheit" (VMRO-DPMNE) als Ausverkauf nationaler Interessen Mazedoniens an.

    Am Mazedonien mit Griechenland verbindenden Prespa-See gelang Zoran Zaev am 17. Juni 2018 dann sein größter Coup; er einigte sich mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras auf die Beilegung des jahrzehntealten Namensstreits. Seit Mazedoniens Unabhängigkeit von Jugoslawien Anfang der 1990er bestreitet Griechenland unter Verweis auf seine nordgriechische Region Makedonija die Legitimität des verfassungsmäßigen Staatsnamens "Republik Mazedonien". Bei internationalen Organisationen wird das Balkanland deshalb als "Former Yugoslavian Republic of Macedonia" (FYROM) geführt.

    Im Prespa-Vertrag erklärte sich Mazedonien nun zu seiner Umbenennung in Nord-Mazedonien bereit. Griechenland versprach als Gegenleistung dafür, seine fast drei Jahrzehnte währende Blockade von Mazedoniens Beitrittsaspirationen zur NATO und zur EU aufzugeben.

    Ohne dass es der Prespa-Vertrag zwingend erfordert hätte, wollte sich Zoran Zaev in einer Volksbefragung der Zustimmung des mazedonischen Volkes zu diesen Vereinbarungen vergewissern. So waren am Sonntag, dem 30. September 2018, 1,8 Millionen stimmberechtigte Mazedonier aufgerufen, die Frage zu beantworten, "Sind Sie für den Beitritt zur NATO und EU durch die Anerkennung der mazedonisch-griechischen Vereinbarungen?"

    Regierungschef verkauft Niederlage als "Erfolg der Demokratie"
    Knapp zwei Drittel von ihnen versagten sich aber dieser Wahl, nur knapp 37% der Stimmberechtigten bzw. gut 666 000 Mazedonier, gaben ihre Stimme ab. Das Referendum verfehlte das für seine Gültigkeit erforderliche Quorum von 50% plus einer Stimme deutlich. Damit ist Zoran Zaev auf seinem Hindernislauf über die wichtigste Hürde gestolpert, sein Land nach einer achtzehnmonatigen Phase der Stabilisierung wieder in die politische Krise gestürzt.


    Gegner der Umbenennung sprechen von Genozid. Bild: F. Stier
    Am Abend nach der Schließung der Stimmlokale geschah indes etwas Unerwartetes und Unerhörtes. Der klar unterlegene Zaev präsentierte sich seinen Anhängern als strahlender Sieger und erklärte das gescheiterte Referendum zum "Erfolg der Demokratie". Zwar sei das Quorum nicht erreicht worden, räumte Zaev ein, von den Abstimmenden hätten aber über 90% die gestellte Frage bejaht und ihre Zustimmung zum Vertrag von Prespa und ihr Bekennntnis zu NATO und EU kundgetan. Zudem habe das Referendum keinen rechtlich bindenden, sondern konsultativen Charakter gehabt. Das mazedonische Parlament solle nun zügig den politischen Willen der 600.000 Bürger in "politisches Handeln" umsetzen, die für Mazedoniens euroatlantische Perspektive unter dem Namen Nord-Mazedonien gestimmt hätten.

    In der mazedonischen Sobranie (Versammlung) kommt Zaevs Koalition aus SDSM und einigen Albanerparteien lediglich auf 71 Sitze. Für die Verabschiedung der vom Prespa-Vertrag geforderten Verfassungsänderungen incl. Umbenennung des Landes in Nord-Mazedonien ist aber eine Zwei/Drittel-Mehrheit von achtzig Mandaten nötig. Er werde Gespräche mit der Opposition führen, um die nötige Parlamentsmehrheit zu bekommen, kündigte Zoran Zaev am Abend des Referendums an.

    Sollte dies nicht gelingen, strebe seine Partei vorgezogene Neuwahlen an, um mit einer größeren parlamentarischen Vertretung die Umsetzung des Prespa-Vertrags fortzusetzen. Erst wenn das mazedonische Parlament die Verfassungsänderungen beschlossen hat, kann die Ratifizierung des Vertrags von Prespa durch die griechische Volksvertretung Mazedoniens Weg zur euroatlantischen Integration freimachen.

    Oppositionsführer spricht von Wahlbetrug
    Seit Dezember 2017 ist der Universitätsprofessor Hristian Mitskovski Vorsitzender der VMRO-DPMNE und damit Oppositionsführer. Er hat das schwere Erbe seines Vorgängers Nikola Gruevski angetreten, der Mazedonien gut zehn Jahre in autokratischer Weise regiert hat. Gruevski knebelte in seinem Cäsarenwahn die Medien des Landes und verwandelte die Hauptstadt Skopje in eine pseudo-historistische Puppenstube. Aufgrund seiner ultranationalistischer Politik gab es im mazedonisch-griechischen Namensstreit über Jahre hinweg keine Entwicklung. Als Quittung für sein Regime hat sich Nikola Gruevski eine erstinstanzliche Verurteilung zu zwei Jahren Haft wegen Korruption eingehandelt.

    "Ich verantworte nicht die Politik von Nikola Gruevski, war nie Mitglied seiner Regierung", geht VMRO-Chef Mitskovski am 2. Oktober 2018 in einem Gespräch mit einer Gruppe deutscher Journalisten leicht auf Distanz zu seinem Amtsvorgänger. Der Sitzungssaal im obersten Stock des VMRO-Parteigebäudes ist ganz im Stile Gruevskis gestaltet, riesige Kristalllüster hängen von der Decke, an den Wänden kitschige Landschaftsmalereien und Historienschinken.
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  9. #1937
    Die Vorgängerregierung hat monumentalen Kitsch hinterlassen. Bild: F. Stier
    Im Vorfeld des Referendums hat sich Mitskovski dafür kritisieren lassen müssen, dass er als VMRO-Chef keine eindeutige Position zur Volksabstimmung vertrat. Während der radikale Kern der Nationalisten unmissverständlich für den Boykott des Referendums agitierte, stellte es Mitskovski den VMRO-Anhängern frei, nach ihrem Gewissen zu entscheiden, ob sie an ihr teilnehmen wollten. An seiner persönlichen Ablehnung von Mazedoniens Umbenennung in Nord-Mazedonien und anderer Bestimmungen des Prespa-Vertrags ließ er indes keinen Zweifel.

    "In persönlichen Gesprächen habe ich Ministerpräsident Zaev meine Kritik an der Formulierung der Frage des Referendums mitgeteilt und konstruktive Gegenvorschläge unterbreitet. Zaev hat diese ignoriert", erzählt Hristian Miskovski. Gemäß internationalen Gepflogenheiten sollten Referenden jeweils nur eine Frage zur Beantwortung mit ja oder nein stellen, führt er aus, die Volksabstimmung vom Sontag habe den mazedonischen Bürger aber gleich zu drei Themen befragt, seiner Haltung zur NATO, zur EU und zur Umbenennung seines Heimatlandes. Dass die große Mehrheit der Mazedonier ihre Antwort darauf verweigert hat, begrüßt Mitskovski. "Zoran Zaev hat während der Kampagne zum Referendum die Umbenennung stets mit großer Euphorie vertreten, für die meisten Bürger handelt es sich bei ihr aber um eine ungerechte Voraussetzung für unseren Beitritt zur NATO und zur EU."

    Mitskovski signalisiert keine Bereitschaft, die Ablehnung seiner Partei zum Prespa-Vertrag aufzugeben. Stattdessen behauptet er, beim Referendum sei es in mehreren Wahlkreisen nachweislich zu Wahlbetrug gekommen. Informationen seiner Mitarbeiter zufolge sollen "mindestens 50.000 Stimmen unrechtmäßig in Wahlurnen gesteckt" worden sein, um die Wahlbeteiligung und die Zustimmung zum Referendum zu erhöhen. "Daten der Staatlichen Wahlkommission (DIK) entnehmen wir, dass die Wahlbeteiligung in mehreren Orten zwischen 17 Uhr und dem Schließen der Wahllokale um 19 Uhr sprunghaft angestiegen ist. In manchen Wahllokalen müsste alle acht Sekunden ein Bürger seine Stimme abgegeben haben, was unmöglich ist. Wir werden dies der internationalen Gemeinschaft zur Kenntnis geben und fordern, dass eine unabhängige Institution den Verdacht auf Wahlmanipulation überprüft. Außerdem bestehen wir auf einer parlamentarischen Untersuchungskommission", kündigt Miskovski an.

    In den kommenden zehn Tagen werde sich zeigen, ob die Regierung Zaev die nötigen Parlamentsstimmen für die vom Prespa-Vertrag geforderten Verfassungsänderungen erhalte, erwartet Hristian Mitskovski. Falls nicht, könne es Ende November vorgezogene Parlamentswahlen geben.

    Neuwahlen sind wahrscheinlich
    Doch schneller als noch am Abend des Referendums und am Tag danach erwartet muss Regierungschef Zoran Zaev inzwischen wohl eingesehen haben, dass es eine unüberwindbare Hürde sein wird, die Parlamentsmehrheit für die Verfassungsänderungen zu bekommen. Zumindest verbreitete das Online-Medium PlusInfo am Abend des 2. Oktober 2018 unter Berufung auf einen "hohen Funktionär der Regierung", die Meldung: "Es wird kein Treffen zwischen Zaev und Mitskovski geben, die Regierung geht zu Neuwahlen."

    Damit würden sich auch die Hoffnungen von EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn und EU-Außenbeauftragter Federica Mogherini zerschlagen. In einer gemeinsamen Erklärung werteten beide unisono mit Zoran Zaev die "überwältigende Mehrheit" der abgegebenen Ja-Stimmen als Aufforderung an das Parlament, die "nächsten Schritte für die Umsetzung der Namens-Vereinbarung durch Annahme der Verfassungsänderungen" zu unternehmen. Dies wird voraussichtlich nicht passieren, wahrscheinlicher ist, dass Mazedonien in eine neue Phase seiner jahrzehntelangen politischen Krise eintritt. (Frank Stier)
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  10. #1938
    Kommentar zum Text:

    "ein derartiger Bericht über Mazedonien ist Vernebelung-nicht Aufklärung
    wer die Machenschaften von Hahn und vor allem der US Botschaft und die Machenschaften von USAID+Soros nicht beleuchted hat entweder keine Ahnung von Mazedonien oder unterschlägt derartiges absichtlich.

    Wer den geopolitischen Kampf um Mazedonie als Verbindungsweg von Griechenland nach Serbien(auch für eine Erdgaspipeline) nicht anspricht und nicht klar darlegt dass Zaev sich klar gegen diese pipeline und für US LNG aus dem HUB im Mittelmeer ausgesprochen hat--der kennt das Land nicht oder verschweigt das absichtlich.

    Wer nur die Korruption von Gruevski anspreicht und nicht die jahrelange Korruption von Zaev als Bürgermeister von Strumica ..kennt das Land nicht --oder unterschlägt das absichtlich."

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    Interessant oder nicht interessant?
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  11. #1939
    Ein weiterer Kommentar zum Text von Telepolis:

    "Gutes Lehrbeispiel dafür
    was Politiker und Medien von Demokratie halten.
    Maas (im DLF):

    Bundesaußenminister Maas hat Mazedonien und Griechenland aufgerufen, die Chance für eine Beilegung des Namensstreits zu nutzen.

    Der SPD-Politiker sagte, beim Referendum in Mazedonien habe eine überwältigende Mehrheit derjenigen, die von ihrem demokratischen Recht Gebrauch gemacht hätten, für die Einigung mit Griechenland gestimmt. Auch EU und Nato hatten den Ausgang des Referendums begrüßt.

    Auch NATO-Chef Stoltenberg war nach Bekanntwerden des Ergebnisses voll des Lobes.
    Journalist Remme vom DLF war auch in Skopje (embedded)

    Wir sind ja hier in Skopje im Moment eine kleine Gruppe von deutschen Journalisten, die EU-Kommission hat diese Reise für uns organisiert, um die Diskussion in der Hauptstadt unmittelbar nach der Abstimmung zu erleben.

    Diskussionen mit den "richtigen Leuten" natürlich.
    Er kommt zum Ergebnis, dass die Wahlbeteiligung gar nicht so niedrig war:

    wie viele Erklärungen es für das Ergebnis gibt, für diese scheinbar niedrige Wahlbeteiligung

    Zum Thema ausländischer Einfluss auf Wahlen:

    Es gibt ja viel Politprominenz aus der EU, die hier gewesen ist, im Wahlkampf, Heiko Maas etwa, Angela Merkel etwa und das hat geholfen, sagen mir die Meisten."

    -----------------------------------------------------------------------------------------------

    Es wird verglichen und Bezug zu einem Interview von Deutschlandfunk genommen!
    Selber lesen:

    https://www.deutschlandfunk.de/absti...icle_id=429536
    Non nobis Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam AMEN

  12. #1940
    Kommentar Nummer 3 von mir ausgewählt und für interessant befunden. Letztendlich ist festzustellen, dass es so einige Gründe gibt, weshalb die Makedonier sich für ein Boykott des Referendums entschieden haben.


    Kommentar:
    ""euroatlantische Integration"
    "euroatlantische Integration". Genau das war eines der Probleme der Abstimmung, genauer zwei. Das erste war, dass die Namensfrage mit Beitritt zu EU und NATO verknüpft wurde. Das zweite, das EU-Beitritt und NATO nur zusammen zu haben sind.

    Natürlich wäre es gut, wenn das kleine Makedonien in die Strukturen der EU eingebunden wäre, das würde für Stabilität sorgen. Wovon diese Stabilität bedroht wird, davon will ich jetzt nicht anfangen, dürfte doch klar sein. Aber Beitritt zur NATO? Bitte nicht, noch ein Aufmarschgebiete der USA in Europa. Makedonien hat schon genug unter der US-Politk gelitten, zuerst durch die Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge während des Kosovokrieges und dann, anschließend, als die Amis UCK-Terroristen ins Land geschickt haben.

    Wenn der Stier jetzt von "euroatlantische Integration" schreibt, halte ich das für eine Frechheit. Eine elegante Formulierung im Dienste der Atlantiker, die die wirklichen Probleme verschleiert."
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